Preisangaben-Wächter: Prüfung und Nachweis für Onlinehändler
Prüft laufend Grundpreis, Gesamtpreis und Referenzpreis bei Rabatten und archiviert die Preishistorie als Nachweis bei Abmahnung oder Bußgeldverfahren.
- Typ
- SaaS
- Branche
- Onlinehandel
- Land
- DE
- Aufwand
- mittel
- Start mit
- 10.000–30.000 €
- Belege
- 2
Das Problem
Die beiden Signale zeigen, dass der Bundesgesetzgeber das Preisangabenrecht geändert hat (BGBl. 2026 I Nr. 314). Schon der Titel nennt die Sanktionierung von Verstößen gegen nationale und europäische Preisangabenregeln. Für kleine und mittlere Onlinehändler ist das ein Risiko: Sie müssen Gesamtpreise, Grundpreise und bei Preisermäßigungen den vorgeschriebenen Referenzpreis korrekt angeben, und das über Hunderte oder Tausende Artikel, die sich ständig ändern. Fehler entstehen meist durch Preisaktionen, Importe aus der Warenwirtschaft und Marktplatz-Feeds, nicht durch Vorsatz. Wer abgemahnt wird oder ein Verfahren bekommt, kann oft nicht belegen, welcher Preis wann gültig war. Der genaue Inhalt der neuen Sanktionstatbestände und Höhen ergibt sich nicht aus den Signalen und muss im Volltext des Gesetzes geprüft werden.
Die Lösung
Ein schlankes SaaS-Tool liest Artikel- und Preisdaten aus Shopsystemen, Warenwirtschaft oder CSV-Export ein und speichert jede Preisänderung mit Zeitstempel. Eine Regelprüfung meldet dann: (1) fehlende oder unplausible Grundpreise, (2) Preisermäßigungen, bei denen der angezeigte Referenzpreis nicht zum gespeicherten Preisverlauf der letzten 30 Tage passt, (3) Preise ohne erkennbare Umsatzsteuer- oder Versandkostenangabe, (4) Abweichungen zwischen Shop und Marktplatz-Feed. Händler sehen eine einfache Ampelliste mit konkreten Korrekturhinweisen. Bei einer Abmahnung oder Anhörung exportiert das Tool einen Preisverlaufs-Nachweis als PDF mit Hashwert. Die Regeln werden zusammen mit einer wettbewerbsrechtlich erfahrenen Kanzlei gepflegt und bei Gesetzesänderungen aktualisiert. Das Tool liefert keine Rechtsberatung, sondern technische Prüfung und Dokumentation.
Warum jetzt
Die Signale belegen eine verkündete Gesetzesänderung mit Fokus auf Sanktionen (BGBl. 2026 I Nr. 314, laut Signal vom 19. Oktober 2026). Sobald Verstöße spürbarer geahndet werden, steigt bei Händlern die Nachfrage nach Prüfung und Beweisführung. Die materiellen Preisangabenpflichten, etwa der Referenzpreis bei Ermäßigungen, gelten dagegen schon länger, sodass viele Shops bereits heute Lücken haben. Das Zeitfenster liegt zwischen Verkündung und den ersten Bußgeld- und Abmahnfällen. Das Datum des Inkrafttretens ist aus den Signalen nicht ersichtlich und deshalb nicht als Frist angegeben.
Warum DACH
Das Produkt folgt deutschem Recht: Preisangabenverordnung, UWG, ein ausgeprägtes Abmahnwesen mit Wettbewerbern und Verbänden sowie deutsche Besonderheiten wie die Grundpreisangabe nach Mengeneinheiten. US-Anbieter von Pricing- oder Compliance-Software decken weder diese Regeln noch die deutschen Beweisanforderungen ab. Dazu kommen Anbindungen an im deutschsprachigen Raum verbreitete Systeme wie Shopware, JTL, Plentymarkets oder WooCommerce-Setups, deutsche Oberfläche und Fachsprache, Hosting in der EU für Vertrauen und DSGVO sowie der Vertrieb über Händlerverbände und Rechtsberatungsnetzwerke. Österreich und die Schweiz haben eigene Preisauszeichnungsregeln und sind nicht Teil dieser Idee. Eine spätere Erweiterung wäre ein eigener Regelsatz.
Zielgruppe
Inhabergeführte Onlinehändler und kleine Multichannel-Händler in Deutschland mit einigen Hundert bis einigen Zehntausend Artikeln, häufigen Preisaktionen und ohne eigene Rechtsabteilung. Zusätzlich Agenturen und Shop-Dienstleister, die mehrere Händler betreuen.
Belege 2
- #01BGBLNeue PflichtGesetzgebung DE · DE · 29.10.2026BGBl. 2026 I Nr. 314
Gesetz zur Änderung des Preisangabenrechts zur Sanktionierung von Verstößen gegen nationale und europäische Regelungen über Preisangaben vom 19. Oktober 2026
- #02BGBLNeue PflichtGesetzgebung DE · DE · 22.10.2026Gesetz zur Änderung des Preisangabenrechts zur Sanktionierung von Verstößen gegen nationale und europäische Regelungen über Preisangaben
Geschäftsmodell, Kanäle für die ersten Kunden, MVP-Plan, Wettbewerb, Recht und Risiken.
Pro ansehen